Graf Lambsdorff: Griechenland muss sich entscheiden


A. G. Lambsdorff
Grexit oder doch kein Grexit? Bei „Anne Will“ wurde das Thema kontrovers diskutiert.

Für Alexander Graf Lambsdorff liegt diese Entscheidung bei der griechischen Regierung. Die Tatsache, dass ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone heute weniger Schrecken verbreite, sei eine Chance, betonte der Vizepräsident des Europäischen Parlaments. „Wir haben eine Union, die so unterschiedlich ist, da müssen wir auch mal etwas wagen.“

Die Rückkehr zur Drachme könne eine Gelegenheit für das Land sein, unterstrich Lambsdorff. Seit der seiner Unabhängigkeit 1830 sei Griechenland bereits neun Mal bankrott gewesen. „Wenn Griechenland aus der Eurozone austritt, wird es anderthalb Jahre sehr hart runter gehen. Wir können das regeln. Griechenland wird als Land der Europäischen Union auch weiter Hilfe von den anderen EU-Staaten bekommen. Aber lieber überschaubare Hilfe, um diesen Übergang zu managen, als unbefristet Milliarden und Milliarden, wenn Griechenland im Euro bleibt.“ Deshalb begreife er die mögliche Wiedereinführung der Drachme als Chance.

Aktuell sei das Kalkül des griechischen Finanzministers Yannis Varoufakis, dass die EU „schon nicht in den dunklen Schacht“ eines Grexit springen werde, erläuterte Lambsdorff. Er erneuerte in diesem Zusammenhang die Forderung der FDP, Regeln für einen Austritt von Staaten aus dem Euro zu schaffen.

Hintergrund

Die griechische Regierung kämpft mit den Nachwirkungen der Finanzkrise. Lambsdorff unterstreicht, dass die FDP eindeutig zum Euro stehe. „Wir wollen die Währungsunion zusammenhalten und wünschen Griechenland, dass es wieder auf die Beine kommt. Doch für uns ist auch klar: Die größte Gefahr heute ist nicht mehr ein Grexit, sondern der Verbleib eines Landes im Euro unter den falschen Bedingungen“, hatte Lambsdorff im Vorfeld erklärt.

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